Blick über das Tal von Laax
Guide · Offsite · Teams bis 10

Firmen-Retreat in Graubünden: so planst du ein Offsite, das etwas bewegt

Ein gutes Offsite ist kein Seminar mit Aussicht. Es ist zwei Tage konzentrierte Arbeit an einem Ort, der das Team aus der Routine holt – und ein Abend, an dem niemand auf die Uhr schaut. Diese Checkliste hilft beim Planen, mit konkreten Zahlen für ein Haus in Laax.

Stand Oktober 2026·Lesezeit 7 Minuten

1. Das Ziel zuerst – dann der Ort

Die häufigste Schwäche von Offsites: Man bucht zuerst den Ort und überlegt dann, was man dort macht. Besser umgekehrt. Drei typische Ziele, die unterschiedliche Formate brauchen:

  • Strategie und Entscheidungen (Jahresplanung, Prioritäten, grosse Richtungsfragen): 2–3 Tage, kleines Team, lange Blöcke ohne Störung, ein Ort ohne Ablenkung.
  • Team und Vertrauen (neues Team, Fusion, Konflikt): 2 Tage, viel gemeinsame Zeit ausserhalb der Agenda – kochen, laufen, draussen sein.
  • Fokusarbeit (ein Projekt in einer Woche fertig machen, Workation): 4–5 Tage, normale Arbeitstage, guter Internetanschluss, ruhige Ecken.

Für alle drei gilt: Ein Haus, in dem das Team allein ist, schlägt einen Seminarraum im Hotel – weil die wichtigen Gespräche nach dem Abendessen am Tisch stattfinden, nicht um 9 Uhr am Flipchart.

2. Der Ort: Bedingungen, die wirklich zählen

  • Erreichbar: maximal zwei Stunden ab dem Firmensitz, sonst frisst die Anreise den ersten Tag. Laax liegt rund 1 ¾ Stunden ab Zürich, 40 Minuten ab Chur, auch mit ÖV (Zug nach Chur, Postauto nach Laax).
  • Ein grosser Tisch: Der Workshop-Tisch ist wichtiger als der Beamer. Zehn Leute müssen daran sitzen und schreiben können.
  • Ein zweiter Raum: für Kleingruppen, Telefonate, Pausen. Wohnzimmer plus Küche reichen.
  • Internet, das hält: Videocalls mit der Zentrale, Screen-Sharing, zehn Laptops gleichzeitig.
  • Schlafen ohne Diskussion: Einzelzimmer für alle sind in Häusern selten – klärt vorher, wer teilt. Fünf Schlafzimmer, vier Bäder funktionieren für zehn, wenn das vorher gesagt ist.
  • Draussen: Terrasse, Garten, ein Weg vor der Tür. Die beste Pause ist ein Spaziergang zu zweit.
Wohnzimmer der Casa Campanula mit Ledersofa und Blick ins Tal

3. Agenda für ein Retreat mit zwei Übernachtungen

Tag 1 – Anreise bis 12 Uhr, gemeinsames Mittagessen (Catering oder selbst gekocht). 13.30–17.00 Uhr: Rückblick und Zielbild, am grossen Tisch, Handys in der Schublade. 17.00 Uhr: raus – Winterwanderweg, Il Spir, Caumasee. 19.00 Uhr: kochen, essen, der Abend ohne Agenda.

Tag 2 – 8.30 Uhr Frühstück. 9.00–12.00 Uhr Arbeit in zwei Gruppen (Wohnzimmer, Küche). 12.00 Uhr Mittag. 13.30–16.00 Uhr Zusammenführen, Entscheidungen vorbereiten. Ab 16.00 Uhr: Skitag-Rest oder Trail oder Therme Vals. Abend: Fondue – ja, das verbindet.

Tag 3 – 9.00–11.00 Uhr: Entscheidungen, Verantwortliche, Termine. Check-out bis 10 Uhr ist bei uns die Regel, an Werktagen reden wir über eine spätere Abreise. 12.00 Uhr Mittag im Dorf, Rückfahrt.

Die Regel, die funktioniert: morgens Kopf, nachmittags Berge, abends Tisch. Wer drei Workshop-Blöcke am Tag plant, hat am zweiten Tag ein müdes Team.

4. Verpflegung: selber kochen ist Teil des Programms

Catering für zehn ist in Bergdörfern möglich, aber teuer und oft gar nicht nötig. Die bessere Variante: zwei Leute pro Mahlzeit sind Kochteam, der Einkauf wird am ersten Tag erledigt (Coop in Flims, Volg und Bäckerei in Laax), das Abendessen ist Programmpunkt. Ein Fondue- oder Raclette-Set für zehn steht in der Casa Campanula bereit, Geschirr und Weingläser für alle ebenso. Für einen Abend ausser Haus: Tegia Larnags am Berg (Rösti, Fondue) oder Ustria Lags am Laaxersee.

Küche mit grossem Holztisch – Workshop-Tisch und Esstisch in einem

5. Budget pro Kopf – ein realistisches Beispiel

Für ein Team von zehn in der Casa Campanula, Frühling oder Herbst, Montag bis Freitag (4 Nächte):

Haus, 4 Nächte, inkl. Endreinigung, WLAN, Parkplätze (direkt gebucht)CHF 2'992CHF 299 p. P.
Verpflegung selbst gekocht, 4 Tage, ca. CHF 35 p. P./TagCHF 1'400CHF 140 p. P.
Ein Abendessen auswärts, ca. CHF 60 p. P.CHF 600CHF 60 p. P.
Aktivität (Skitageskarte oder Bikepass oder Therme), ca. CHF 70 p. P.CHF 700CHF 70 p. P.
Total (ohne Anreise)CHF 5'692CHF 569 p. P.

Zum Vergleich: Ein Seminarhotel mit Einzelzimmern, Seminarpauschale und Abendessen liegt in Graubünden meist bei CHF 250 bis 400 pro Person und Nacht. Ein zweitägiges Retreat (2 Nächte, Nebensaison) im Haus kostet CHF 1'428 – CHF 143 pro Person für die Unterkunft.

Richtpreise Stand Oktober 2026; verbindlich ist der Preis im Buchungsrechner. Rechnung auf die Firma möglich.

6. Die Fehler, die wir bei Teams sehen

  • Zu viel Agenda. Drei Themen für zwei Tage sind genug. Das vierte Thema kommt nach dem Essen von allein.
  • Kein Entscheidungsblock. Ein Retreat ohne festgehaltene Entscheidungen und Verantwortliche war ein Ausflug.
  • Hotel-Reflex. Einzelzimmer, Buffet, Seminarraum: bequem, aber die Gespräche bleiben an der Oberfläche.
  • Handys am Tisch. Eine Schublade, ein Ritual, zwei Stunden Ruhe.
  • Spät gebucht. Unter der Woche in der Nebensaison ist das Haus oft frei; Wochenenden und Ferienzeiten sind Monate im Voraus weg.

Häufige Fragen zum Retreat im Haus

Können wir das Haus auch nur tagsüber als Workshop-Ort mieten?
Wir vermieten mit Übernachtung, ab zwei Nächten. Ein Offsite mit mindestens einer Nacht ist ohnehin das, was den Unterschied macht.
Wie viele Leute passen an den Tisch?
Zehn am grossen Esstisch; in der Küche steht ein zweiter Tisch für Kleingruppen. Das Wohnzimmer mit Sofa ist der zweite Arbeitsraum.
Gibt es eine Rechnung für die Buchhaltung?
Ja, Rechnung auf die Firma mit allen Angaben.

Daten, Teamgrösse, Thema – den Rest machen wir mit euch

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